30. Halbmarathon Berlin 2010


Um es vorweg zu nehmen. Mit dem Tod eines Läufers beim 30. Berliner Halbmarathon am 28.03.2010 hatte dieses Sportereignis eine traurige Schlagzeile, und dominierte Bilder und Berichte in der Presse und TV. Es sei deshalb nochmal unterstrichen, wie wichtig eine gezielte Vorbereitung, ein trainierter, gesunder Körper und eine ärztliche Untersuchung im Vorfeld für alle Starter sind. Das Mitgefühl aller Aktiven, Helfer und Organisatoren ist den Hinterbliebenen gewiss.

Doch wie immer war der Berliner Halbmarathon in seinem 30. Jubiläum wieder ein Fest für Aktive und Zuschauer am Rand der Strecke. Die Laufveranstaltung in der Hauptstadt erreichte wiederholt Superlative bei den Teilnehmerzahlen von über 26 000 und über 100 000 Zuschauern. Die Stimmung wurde von weltgereisten Läufern, als die beste der Welt eingeschätzt, und wird regelmäßig nur noch vom eigentlichen Marathon in Berlin im Herbst jeden Jahres getoppt.

So motiviert gingen die Aktiven an den Start, und diese Motivation konnten sie gut gebrauchen, da sich das Wetter richtig nach Spätwinter anfühlte. Pünktlich zum Start öffnete der Himmel seine Pforten und zu den gefühlten 0°Celsius kam eisiger Regen. Der Start, eröffnet von der Winterolympiasiegerin im Eisschnelllauf, Stefanie Beckert, kam wie eine Erlösung aus der Pistole.

Wir als Handbiker standen wartend in der Startaufstellungen und froheren erst mal richtig durch. Das sollte die Zeiten aller Aktiven reichlich beeinflussen. Selbst der Sieger Steffen Scholze brauchte dieses Jahr 5 Minuten länger als im Vorjahr. Diese Tendenz setzte sich proportional bei allen durch und keiner brauchte sich also zu wundern, warum nicht die Zeiten wie im Vorjahr erreicht wurden.

Mit Imke Paust konnte ich vor dem Start einen kleinen Plausch halten, denn wir kannten uns bis dahin ja nicht. Unser nun gemeinsames Erkennungsmerkmal, die Hinterradverkleidung des „Tetrateams“, führte uns schnell zusammen. Wir fuhren die ersten Kilometer gemeinsam und Imke half mir sehr, den richtigen Tritt zu fassen. Am km 5 zog sich unser Band etwas auseinander und jeder fuhr für sich allein gegen die Uhr. Trotzdem war es ein gutes Gefühl, Bestandteil einer Mannschaft zu sein, denn es half ja auch etwas, wenn auch nur zeitweise. In Hamburg, wenn mehr vom Team dabei sein werden, wird sich dies noch besser auswirken. Da bin ich sicher.

Nie hatten wir so viel Regen und Schmutzwasser im Gesicht. Zunächst merkt man es nicht, aber die Hände frohren durch und immer öfter fielen mir die Hände aus den Gabeln. Da kann natürlich keine vernünftige Zeit rauskommen, tröstete ich mich im Ziel. Irgendwie machte es aber dennoch Spaß, denn eine solche Erfahrung hatte ich noch nie gemacht. Freilich, es hätten 10° mehr sein können, aber irgendwie musste ja auch mal schlechtes Wetter bei einem Wettkampf dabei sein. Gott sei Dank hatte ich mich gut angezogen und die Regenschutzklamotten taten zuverlässig ihren Dienst.

So kam ich mit 1:28:12 um 15 Minuten später ins Ziel, als ich mir vorgenommen hatte. Ich war aber trotzdem nicht enttäuscht, weil der Spaß am Sport dominierend bleibt. So freue ich mich nun schon auf Hamburg in 4 Wochen und es gilt: „nach dem Rennen ist vor dem Rennen“. Bis bald macht´s gut und bis bald. Euer Hajo