Müritz-Lauf 2010
Es war endlich soweit und mein allererstes „Langstreckenrennen“ stand an diesem Wochenende an. Leider stand es unter keinen guten Vorzeichen, denn am Mittwoch davor musste ich mein Auto aufgrund technischer Probleme in Kassel stehen lassen. Ohne Jürgen, der extra einen Umweg fuhr und mein Bike aus Magdeburg abholte, und Herward, der mich bei sich schlafen ließ und mich mit zum Start mit nahm, wäre meine Teilnahme sicher nicht möglich gewesen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!! Sehr gut, wenn man sich auch neben der Rennstrecke so auf sein Team verlassen kann…
Am Renntag lief dann alles wie gewünscht. Wir hatten traumhaftes Wetter und die Hafenkulisse von Waren bot ein besonderes Flair. Unser Ziel für dieses Rennen war die 4h-Marke nicht zu überschreiten, was sich im Nachhinein als sehr ambitioniert herausstellte.
Pünktlich um 10Uhr erfolgte der Start für die 76,4km und von Beginn an fuhr unser Team zusammen, zu dem sich auch Georg Drees gesellte. Durch die angepeilte Zielvorgabe wurden die ersten Kilometer recht zügig angegangen, was meiner nicht aufgewärmten Muskulatur überhaupt nicht entgegen kam. Deshalb hatte ich die ersten 10km auch Schwierigkeiten ins Rennen zu finden, zumal die Sonne von Minute zu Minute stärker strahlte.
Durch diese beiden Komponenten dachte ich schon bei Km 15 ans Aufgeben. Wir fuhren jedoch weiter im Konvoi, meist über asphaltierte Waldwege und Panzerplatten, auf denen uns immer wieder Begleitfahrzeuge und sogar Busse entgegen kamen oder überholten. Jedoch hat meist der Stärkere nachgegeben und so brauchten wir fast nie ausweichen.
Nach 25km kam endlich die erste Verpflegungsstation. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon damit abgeschlossen, dass meine beiden Wasserflaschen ausreichen müssen. So schöpfte ich wieder neue Hoffnung und auch den anderen kam die Wasserdusche ganz recht. Georg konnte hier wieder Anschluss finden, da er zwischenzeitlich durch das ständige Auf und Ab die Gruppe ziehen lassen musste. Das weitere Rennen bestritten wir in der gewohnten 4er-Gruppe, wobei jeder von uns einige Hoch´s und Tief´s zu überwinden hatte. Nach 60km gönnten wir uns eine letzte kleine Pause für den Schlussspurt. Einige kurze Pausen im Schatten waren leider unabkömmlich, da die Sonne mit über 30°C kein Erbarmen kannte.
Die letzten Kilometer sollte jeder in seinem Tempo fahren, da wir das ganze Rennen aufeinander Rücksicht genommen hatten und so fuhren Georg und ich von vorn und zogen uns gegenseitig die Berge hoch. Das Ziel überquerte ich als Erster mit einer Zeit von 4:40h. Herward, der die letzten Kilometer auf 100m Entfernung zu hören war, kam mit Georg 4min. nach mir ins Ziel, was mir im Nachhinein großen Respekt abverlangt. Eigentlich dachte ich ja, dass Jürgen als 2. reinkommt aber durch ein Schlusstief mit Stopp an einer Tankstelle, um eine Cola zu schnorren, kam er nach den anderen ins Ziel.
Insgesamt ist der Müritz-Lauf ein sehr schönes aber anspruchsvolles Rennen, was Lust auf mehr macht. Besonders wenn der Teamspirit alle durchbringt. Nächste Jahr wieder bei hoffentlich erträglicheren Temperaturen…