Ein Jahr TetraTeam, mehr als nur ein HandbikeTeam


Das TetraTeam wird nun ein Jahr alt und unsere Erwartungen die wir bei der Gründung des Teams hatten wurden mehr als übertroffen. Unser größtes Ziel war es mehr Tetraplegiker für den Handbikesport zu begeistern und wir haben es geschafft innerhalb kürzester Zeit 11 Mitglieder in unserem Team zu vereinen. Rausgekommen ist ein Team, das alle Leistungsbereiche der Klassen H1.1 und H1.2 abdeckt.

Die eigentliche Herausforderung an einen Team nur für Tetraplegiker sind die großen Leistungsunterschiede aufgrund der hohen Behinderung und die Individuellen Anpassungen die jeder benötigt um überhaupt mit dem Bike losfahren zu können. Für einige von uns ist es schon schwer ins Bike zu kommen bzw. wieder raus. Aber all das hält unsere Teammitglieder nicht davon ab sich der Herausforderung Marathons zu fahren zu stellen.

Dadurch, dass sich Neulinge und erfahrene Fahrer in unserem Team vereint haben profitiert jeder vom anderen. Erfahrungen können schnell weitergegeben werden und durch die Fragen der Nachwuchsfahrer ist man immer gefordert sich neue Lösungen für anstehende Probleme einfallen zu lassen.

Fast noch wichtiger als der Erfahrungsaustausch zum Biken ist allerdings der Austausch über den Alltag im Rollstuhl und gerade das ist für uns Tetraplegiker extrem wichtig, denn man kann sich wohl gut vorstellen, dass mit so einer hohen Behinderung und der Fülle der körperlichen Einschränkungen jede Menge Hürden im Alltag auftun. Für die meisten Probleme hat sich aber jeder von uns im Lauf der Zeit Lösungen einfallen lassen die wir nun untereinander austauschen können. Darum ist das TetraTeam deutlich mehr als nur ein Handbiketeam.

Im Laufe eines Jahres ist ein Team entstanden, bei dem einer für den anderen da ist und obwohl wir uns aufgrund räumlicher Entfernung nicht oft sehen ist schon ein guter Teamzusammenhalt entstanden.

Auch wenn wir meist die sind die als letzte ins Ziel kommen verliert keiner die Freude am Sport. Schön wäre es allerdings wenn wir durch Aufklärung unseres Umfeldes ein Verständnis dafür erreichen könnten warum wir immer die Letzten sind die durchs Ziel fahren. Das ist jetzt das nächste Ziel!

Jetzt hoffen wir nur noch, dass es irgendwann mal eine Lösung für das leidige Thema der Klassifizierungen gibt und nicht all unsere Bemühungen umsonst waren mehr Fahrer in das Feld der H1.2 und H1.1 zu bringen. Unseren Teil zur Vergrößerung der Startfelder in diesen beiden Klassen haben wir für den Anfang beigetragen. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung, dass durch zweifelhafte Klassifizierungen und Missachtung von Regeln, die Bemühungen nicht wieder zu Nichte gemacht werden.

Im Zweifel sollte für die Klasse entschieden werden denn nur so kann gewährleistet werden, dass auch in Zukunft ein großes Starterfeld in allen Klassen vorhanden sein wird. Sportliche Grüße Bernd Jost, Das TetraTeam