Duisburgmarathon - Manche Rennen entscheiden sich schon am Start
Freitag Abend in einem schlossähnlichen Hotel in der Nähe von Duisburg. Noch ein kurzer Blick ins Internet ob sich noch Groupies oder Fans für den nächsten Tag angekündigt haben und ein letzter Blick auf die Wettervorhersage. Das es schlecht werden sollte war ja klar, aber eine Regenwahrscheinlichkeit von 99% für den nächsten Tag und grad mal 12 Grad ließen auch die letzte Hoffnung verfliegen das bevorstehende Rennen trocken zu überstehen.
So gegen 23 Uhr ging es dann ins Bett, im TV schlugen sich Klitschko und ein Pole gegenseitig in die Fresse und Herward und ich diskutierten was nun besser sei, Boxen oder Handbiken. Also fürs Boxen spricht, dass die Jungs ein Dach über dem Kopf haben und dann ist es egal ob es regnet, dann sind die Preisgelder auch noch höher und das Beste ist, dass die Jungs erst abends anfangen und nicht wie wir morgens um 8 Uhr am Start stehen müssen.
Gibt’s eigentlich Rollstuhlboxen? Wenn nicht sollten wir mal drüber nachdenken, zumindest wenn für den Renntag so ein Sauwetter vorhergesagt ist.
Nach dem das mit dem Boxen ausdiskutiert war ging es dann ans schlafen, was gar nicht so leicht war, denn in dem Hotel war ne Hochzeit und bis 2 Uhr nachts war das wummern der Lautsprecher zu hören die der Dorf DJ echt aufs übelste strapazierte. Hoffentlich wird das Paar auf Dauer glücklich miteinander, sonst war meine Schlaflosigkeit umsonst. So jetzt aber zum Renntag.
Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, ja manche brauchen morgens etwas länger um in die Gänge zu kommen :-), dann schnell anziehen und zwar die wasserdichte Variante, dann noch ne Kleinigkeit gefrühstückt, alles zusammen packen und mit dem Auto zum Start. In Duisburg ist das richtig gut gelöst, es gibt einen riesigen Parkplatz direkt am Startbereich und das ist sehr entspannend.
Jetzt folgte das übliche Ritual, Rad zusammen bauen, ein bisschen blabla hier und da, noch was essen und dann ins Rad. Davor noch der Blick zum Himmel, es war sehr bewölkt aber noch trocken. Jetzt die große Frage, Regenklamotten anlassen und das Risiko eingehen, dass es unterwegs zu warm wird oder ausziehen und richtig frieren wenn es doch noch regnet. Ich bin überzeugt, dass wenn ich die Sachen ausgezogen hätte, dann wäre es in dem Moment losgegangen. Herward sah das genau so und wir beschlossen die Sachen anzulassen. Seltsamerweise waren wir die einzigen, aber egal, lieber zu warm als zu kalt.
Dann ging es zum Warmfahren und danach in die Startaufstellung. Pünktlich um 8 Uhr sollte es losgehen aber daraus wurde nichts denn irgendwo auf der Strecke gab es einen Unfall und somit konnte die Strecke nicht frei gegeben werden und der Start verzögerte sich um 30 Minuten. Zum Glück regnete es immer noch nicht, dann war das Warten erträglich.
Ich hab mir ein gutes Hinterrad gesucht an dem ich nach dem Start dran bleiben wollte um nicht wieder allein fahren zu müssen. Es ist immer gut einen Plan zu haben, nur das mit der Umsetzung ist nicht immer ganz so leicht denn direkt nach dem Startschuss ging das Chaos los. Irgendwo in der Mitte muss einer liegen geblieben sein und alle hinter ihm versuchten links an ihm vorbei zu kommen was dazu führte, dass mir jemand von rechts direkt vors Rad fuhr und ich nur noch nach links ausweichen konnte. Hier stand nur leider das Starttor. Ein riesiger mit Luft gefüllter Torbogen den ich komplett umgefahren habe. Und dann stand ich erst mal. Das erst was ich sah, dass mein Vordermann dem ich folgen wollte sehr schnell verschwand, da er noch durchkam. Um mich rum sprangen etliche Helfer in den Startbereich um das Starttor zumindest so weit aufzurichten, dass die Fahrer hinter mir losfahren konnten und einer schob mich dann ein Stück zurück, damit ich endlich los fahren konnte.
Also wach war ich nach der Aktion aber leider auch allein, denn meine Gruppe war weg. Da kommt echt Freude auf wenn man weiß, dass man wieder mal ein 42 Kilometer Einzelzeitfahren vor sich hat. Aber es lief verhältnismäßig gut und ich gab halt mal Gas. Nach ca. 5 KM sammelte ich den ersten Fahrer ein, die Hoffnung mit ihm zusammen zu fahren hat sich recht schnell erledigt, denn er war schon am Abbauen. Also dran vorbei. Nach einer Weile kamen dann aber die ersten Skater die nach uns gestartet sind und ab und zu gab es dann mal ne Gruppe hinter der man dann ne Weile zusammen fahren konnte. Bis 3 Kilometer vorm Schluss lief das Rennen ziemlich ereignislos ab aber da entdeckte ich Markus ca. 100 Meter vor mir. Ich kam langsam aber sicher an ihn dran und schließlich sogar vorbei. In dem Moment hatte ich kurz die Hoffnung er kann nicht mehr und ich kann locker weiterfahren aber dem war nicht so. Er hatte noch Reserven und fuhr sogar noch an mir vorbei. Ich dachte nur, wenn er unbedingt vor will soll er das ruhig machen und ich hängte mich in seinen Windschatten. Der Plan war dann ca. 1 Kilometer vor dem Ziel anzugreifen. Dazu muss man wissen, dass die Ziellinie im Fußballstadion war und sobald man im Stadion war sollte man nicht mehr überholen, da es dort sehr eng war. Dass es kurz vor dem Stadion schon sehr eng war wusste ich allerdings nicht und somit war kein gefahrloses überholen mehr möglich. Wenn es überhaupt gegangen wäre, Markus hat sich nämlich richtig gewehrt und einfach wäre es nicht geworden an ihm vorbei zu kommen. Also Glückwunsch an dieser Stelle von mir aber in Berlin ist mehr Platz und das bis zur Ziellinie :-)
Meine Zeit war nicht berauschend aber für die äußeren Umstände war es ok. Ich wurde dann Vierter. Der Rest vom Team schnitt auch wieder gut ab. Jürgen wurde in H1.1 zweiter, Peter wurde Fünfter. Jens wurde in H1.2 dritter und Herward Vierter.
Geregnet hat es zwischendurch dann tatsächlich ab und zu und somit war wenigstens die Kleiderwahl richtig.
Heute gehen meine/unsere Danksagungen an alle die Herward und mich schon länger kennen und trotzdem nicht weit weg laufen wenn von Herward oder mir die berühmte Frage kommt: "könntest du mir mal kurz……. die Beine in die Fußschlaufen legen und wenn du schon da bist könntest du noch kurz den Rolli ins Auto heben, ach Luft fehlt auch noch und ganz toll wäre es wenn du jetzt noch die Wolken weg schieben könntest und wenn nötig noch die Hand aus der Sonne legen :-)…….". besonders zu erwähnen sind diesmal Daniele und Martina. Das Beste an euch beiden ist ja noch nicht mal, dass ihr immer alles mit einer Engelsgeduld macht sondern immer noch so nett dabei lächelt. Also ein Danke von Herward und mir und bis bald wieder.
bejo