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Berlin Marathon 2012
 
Groß war die Hoffnung und Vorfreude auf die Teilnahme am Berlinmarathon 2012, nachdem ich im Frühjahr kurzfristig alle Termine auf Grund meiner Herzprobleme und des damit verbundenen Krankenhausaufenthalt, absagen musste. Die bange Frage war ja, ob ich jemals wieder mit an den Start gehen kann, bzw. ob ich dann überhaupt im Team bleiben könne. Ich hatte ja entsprechend berichtet.

Über den Sommer kristallisierte sich dann die Ursache für die Herzrhythmusstörungen als eine hausgemachte heraus. Immer wenn ich versuchte etwas abzunehmen, spielte mein Kreislauf und in dessen Folge mein Herzrhythmus verrückt. Also machte ich mit diesen unsäglichen Versuchen Schluss und siehe da, fortan traten keine weiteren Aussetzer mehr auf. Als nette Nebenerscheinung füllten sich dann zwar meine Rundungen und ich musste mit "Rollimoden" über eine Neuausstattung verhandeln.

Das Bike verlangte ebenfalls nach einer kleinen Korrektur, doch all das wollte ich in Kauf nehmen, wenn die Teilnahme an weiteren Veranstaltungen mit dem Rennbike damit wieder abgesichert sein sollte. Eigentlich fasste ich schon kurz nach dem Krankenhausaufenthalt den Entschluss, langsam wieder mit dem Training für die Teilnahme am Berlinmarathon zu beginnen. Denn wenn die Ärzte einem sagen, man müsse mit allem aufhören, will man dies ja sowieso nicht wahrhaben.

Dafür ist es in der Tat noch etwas zu früh, auch wenn der Blick auf die Geburtsurkunde einem von Zeit zu Zeit, den Schrecken in die Glieder fahren lässt. Und dann immer wieder die alte-junge Frage: "Wo ist nur die Zeit geblieben?" Also versuchte ich mich, behutsam aufzubauen, um den Start in Berlin als einer Art "Re-Start" zu betrachten. Es müsste doch möglich sein, die Fahrt über 42 km mit verträglichem Tempo zu gestalten und die Teilnahme somit unter das Motto: "Dabei sein ist alles" zu stellen.

Der Starttermin und mit ihm die früher so freudig empfundene Nervosität und Aufgeregtheit kamen immer näher. Mein Training hatte ich mit allerlei Nahrungsergänzungsmittel positiv gestaltet, so dass ich mich in der Lage fühlte, diese Strecke ohne weitere Probleme abreißen zu können. Ich fuhr dann mit meiner kleinen Crew am Sonntagnach Berlin. Das Wetter war super, zwar ein bisschen kalt, aber das ist ja nun mal so zu dieser Jahreszeit.

Vor dem Rennen traf ich Christian und Herward, der zwar nicht selber startete, seinen Aussagen zufolge aber jemanden betreute. Christian sah ich beim Warmfahren, Robin kurz vor dem Start. Peter gesellte sich schon sehr bald nach dem Start zu mir, und wir fanden uns dann zu einem guten Tandem, dass die ganze Strecke zusammen bleiben sollte. Manchmal glaubte ich, dem Tempo von Peter nicht folgen zu können, da auch die Vorsicht mitspielt, den Herzkasper nicht gleich wieder provozieren zu wollen.

Aber ich schaffte es dann doch, immer wieder die Lücken zu schließen. Peter war, glaube ich, auch so fair, immer wieder auf mich zu warten, wenn der Abstand sich vergrößerte. Ab und zu konnte ich aber auch mal Führungsarbeit leisten und am Ziel fuhren wir dann gemeinsam auf gleicher Höhe durch.

Nach dem Rennen sprachen wir noch miteinander und ich bedankte mich im Zielbereich bei Peter für die lange Führungsarbeit. Er meinte dann aber auch, dass er am Limit gefahren sei, so dass ich dann doch froh war, dass er nicht nur meinetwegen auf eine gute Zeit verzichtet hatte.

So gesehen, war der Berlinmarathon für mich eine große Freude und auch darüber, dass ich wieder zurück bin. Meine gesundheitlichen Probleme, hoffe ich nun an der Wurzel erkannt zu haben, so dass ich durch das richtige Verhalten, diese Aussetzer im Griff behalten kann.

Also geht's in das neue Jahr wieder mit viel Vorfreude und Lust auf neue Starts zu den Events 2013. Ich freue mich auch, wieder mit Euch zu fahren, da ihr mir seinerzeit Mut zugesprochen hattet und mich nicht aus dem Team lassen wolltet. So hatte es sich denn also bewahrheitet: "Das Tetrateam ist mehr als nur ein Handbikerteam".

Hajo