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Bericht von Christian
Teilnehmer der Aktion 2013 - Rund um das Sella-Massiv
 
Die 5 Stündige Anreise am Dienstag zum Hotel bei bis zu 38 Grad war schon anstrengend. Während dieser Fahrt kreisten die Gedanken an die bevorstehende Aktion und wie ich das bei diesen Temperaturen überhaupt aushalten könnte. Wir trafen uns dann alle am Abend in unserem Hotel und wir sprachen kurz alles an. Die Hitze und die Anreise veranlassten mich dass ich mich frühzeitig aufs Ohr legte. Die Nacht war kurz denn um 2:30 klingelte das Handy und es ging los zur Sella Aktion 2013.

Auf der Fahrt zum Startpunkt in Corvara zeigte das Thermometer 15 Grad an und ich war etwas beruhigter. Wir trafen uns dort alle und bereiteten uns für den Start um 5:30 Uhr vor. Das Ziel für mich war, den ersten Pass das Grödner Joch zu schaffen. Die Zeit dafür spielte keine Rolle, wir hatten ja Zeit von Sonnaufgang bis zum Sonnenuntergang. Alles weitere ist eine Zugabe, egal wie weit.
Ich startete mit Herward und wir gingen den ersten 10 Km langen Anstieg etwas gemächlicher an um Kräfte zu sparen bzw. diese einzuteilen. Ich merkte schnell, dass es sehr wichtig ist seinen Rhythmus zu finden und sein eigenes Tempo zu fahren. Es hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn sich an seine Kollegen zu hängen und den Aufstieg schneller anzugehen, denn ich wusste ja nicht was noch alles kommen wird. Ich hatte die Strecke zuvor nicht abgefahren ich lies mich einfach überraschen.

So verging die Zeit doch schnell und wir kamen früher als gedacht oben an. Das hört sich jetzt so leicht und einfach an, aber es war schon sehr anstrengend bis wir auf dem ersten Pass waren. Während des Anstieges wurden wir von Paula und Paul begleitet und immer bestens versorgt. An dieser Stelle ganz großen Dank an alle unsere Helfer die immer um uns herum waren um uns zu versorgen. Die Aktion ohne Euch wäre nicht möglich gewesen – DANKE.

Oben angekommen kurz Pause gemacht und ich war überrascht wie gut es mir ging und ich entschloss mich weiter zu fahren. Nun folgte die Abfahrt und ich freute mich auf diese. Leider ging sie viel zu schnell zu Ende und so ging es dann schon wieder 8 Km Bergauf. Mittlerweile kam auch die Sonne immer mehr raus und es wurde langsam warm und ich brauchte dann auch Kühlung in Form von Wasser über den Kopf.
Den zweiten Pass „Passo Sella“ vor Augen schraubte ich mich langsam, jetzt alleine immer höher hinauf bis zum Gipfel. Das gemeine sind die Spitzkehren kurz vor dem Gipfel mit bis zu 15% Steigung und das Ziel vor Augen, da meint man ist oben aber dann nochmal rum und nochmal rum. Oben endlich angekommen auf dem Passo Sella kurz wieder Kräfte sammeln, einen Riegel essen und ab in eine tolle Abfahrt. Hier gab ich dann richtig Gas und mit bis zu 70 Km/h ging es in Richtig Passo Pordoi. Hey das macht Spaß das Bike richtig laufen zu lassen. Kurz vor den Kurven die Geschwindigkeit raus nehmen, richtig anzusteuern und dann rum und wieder Gas geben. Hier hat sich unsere Rücktrittbremse bestens bewährt und wir fuhren alle ohne Probleme schnell und sicher Bergab. Jetzt war es für mich klar, wenn kein technischer Defekt kommt, werde ich die Tour zu Ende fahren. Ich kam immer besser ins Rollen und so ging es dann auch in den Aufstieg zum Passo Pordoi. Man kann durch die geringe Geschwindigkeit die Landschaft trotz der Anstrengung genießen und so ging es Meter um Meter weiter. Kurz vor dem Gipfel kamen wieder so gemeine Spitzkehren mit bis zu 15% Anstieg und ich musste wieder alles geben um diese zu bewältigen.

Endlich oben angekommen verpflegten wir uns kurz und schon ging es wieder in eine lange rasante Abfahrt. Das macht einfach Laune und entschädigt mehrfach für die Mühe des Aufstieges. Leider wieder viel zu schnell zu Ende und es ging zum letzten Anstieg zum Passo Campologo. Mittlerweile kam die Sonne extrem raus und ich hatte an diesem Anstieg die größten Probleme. Die Uhr zeigte 7 Stunden Fahrzeit an und 50 Km auf dem Buckel. Jetzt war Kampf und eiserner Wille angesagt, durchhalten bis zum Ziel. Stetig bis zu 12 % ging es aufwärts Meter um Meter. Hitze und die Anstrengung machten sich immer mehr bemerkbar und so kam dann die Passhöhe in Sicht. Jetzt noch alle Reserven aktivieren und Endspurt.

Ist schon ein tolles Gefühl die 4 Pässe überwunden zu haben. Jetzt noch die Abfahrt wieder zurück nach Corvara mit Jürgen und Stoffel, bei der wir nochmal den Rausch der Geschwindigkeit genossen haben.
So kam ich nach 9 Stunden glücklich und zufrieden an den Ausgangpunkt zurück. Mir ist bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist. Wir haben alle Gesund, ohne Panne, ohne Unfall die Aktion 2013 erleben dürfen.
Gott sei Dank.

Christian