Lanzarote 2011


Anstatt wie jedes Jahr zu erzählen wie schön die Sonne hier scheint und wie viel Spaß es macht hier zu trainieren gibt’s dieses Jahr mal was nützliches und zwar erzähl ich jetzt einfach mal wie man hier im Hotel so zu recht kommt wie das mit dem Fliegen und dem Transport des Handbikes funktioniert usw.

Dann fange ich mal ganz vorne an und zwar beim Packen. Wie ich leider selbst schon erfahren musste kann es vorkommen, dass Gepäck beim Flug verloren geht und dann steht man am Urlaubsziel und hat nichts außer dem was man am Leib hat. Kleider sind da nicht das Schlimmste. Aber Medikamente und sonstige Hygieneartikel die man als Rollifahrer halt so braucht sind da schon schwerer zu ersetzen. Darum immer das Gepäck gut verteilen. Es sollte auf jeden Fall im Handgepäck ALLES sein, was man für eine Woche braucht. Sollte das Gepäck wirklich nicht ankommen so hat man wenigstens einen Notvorrat für eine Weile und man hat genug Zeit sich alles andere zu besorgen.

Was ich auch sehr wichtig finde, ist eine Reisegepäckversicherung. Denn wenn man mal zusammenrechnet was für Werte sich in einem Koffer befinden wird man überrascht sein. Wenn man dann noch mitbekommt was die Fluggesellschaft ersetzen würde ist man das das zweite mal überrascht und ganz bestimmt nicht positiv.

Ein großer Punkt ist dann natürlich noch das Handbike. Soll man es verpacken oder nicht. Da gehen die Meinungen auseinander. Einige haben extra eine Transportkiste für das Handbike andere schützen nur empfindliche Teile am Rad wie die Schaltung usw.

Der Vorteil einer Transportkiste ist natürlich, dass das Bike wunderbar geschützt ist. Wenn man sich jetzt aber mal anschaut wie groß ein Handbike ist, kann man sich ungefähr die Größe der benötigten Kiste vorstellen die man braucht damit das ganze Bike rein passt. Wenn man das Rad zerlegt, dann kann die Kiste natürlich deutlich kürzer werden aber sie bleibt trotzdem imposant von ihren Ausmaßen her. Spätestens bei der Gepäckabgabe am Flughafen bekommen da die Angestellten das erste mal große Augen und am Zielort kann man auch nicht einfach so in ein Taxi springen um zum Hotel zu kommen. Da muss dann schon ein kleiner Bus organisiert werden. Das kann man natürlich schon im Vorfeld von zu Hause aus organisieren. Wenn das alles geklappt hat, kann man aber fast sicher sein, dass das Rad unversehrt am Zielort ankommt. Wichtig ist auch hier schon beim Buchen die Maße der Kiste anzugeben, dass die Fluggesellschaft weiß, dass man mit großem Gepäck kommt.

Die andere Variante ist nur die empfindlichen Teile zu schützen und das Bike so wie es ist abzugeben. Bei mir ging das zum Glück bis jetzt immer gut und bis auf einen kleinen Achter an einem Hinterrad kam bis jetzt auch immer alles heil an. Sobald man also sein Rad an der Gepäckausgabe abholt immer kontrollieren ob alles in Ordnung ist und wenn nicht, dann sofort am Flughafen noch reklamieren, dass der Schaden aufgenommen werde kann und man eventuelle Schadensersatzforderungen geltend machen kann.

Der Vorteil der fast unverpackten Methode ist, dass man sehr flexibel ist. Ein Handbike und eine Reisetasche kann man nämlich zur Not auch allein über kürzere Strecken transportieren. Zum Beispiel vom Gepäckband zum Ausgang usw. Das ist zum Glück nicht oft nötig, denn an den meisten Flughäfen wo ich bis jetzt war gab es fast immer sehr zuvorkommendes Personal die einem geholfen haben, das Gepäck zum Taxi zu bringen. Ein Taxi ist mit einem unverpackten Bike auch leichter zu finden denn in ein Taxi von der Größe eines Minivans ist schon ausreichend um alles einladen zu können. Also hier auf Lanzarote ging das bis jetzt immer problemlos.

Die Frage ob der Transport des Bikes im Flieger was kostet kann man nicht genau beantworten. Das hängt immer etwas von der Fluggesellschaft ab. Bei einigen kann man das Rad kostenlos mitnehmen wenn man es schon beim Buchen im Reisebüro als Ersatzrollstuhl angibt. Andere behandeln es als Sportgerät was bei einigen Fluggesellschaften auch kostenlos transportiert wird. Andere verlange so um die 50€. Hierbei sehr wichtig, lasst euch den Transport des Bikes und was der Transport kosten soll schriftlich geben denn sonst kann man am Flughafen die tollsten Sachen erleben. Da soll man dann auf einmal Übergepäck bezahlen und das kann sehr teuer werden.

Jetzt zum Flug. Es ist beim Buchen wichtig anzugeben, dass man Rollstuhlfahrer ist, da einige Fluggesellschaften nicht mehr als 4 Rollstuhlfahrer in einer Maschine mitnehmen. Wenn man dann nicht angegeben hat, dass man Rollifahrer ist kann es passieren, dass man nicht mitgenommen wird.

Aber jetzt gehen wir mal davon aus, dass alles seine Ordung hat. Das Gepäck ist abgegeben und in der Regel hat man dann noch etwas Zeit bevor es losgeht. Diese Zeit dann nutzen um nochmal auf die Toi zu gehen, denn das ist im Flieger nicht gerade einfach um nicht zu sage fast unmöglich. Auf Langstreckenflügen würde man theoretisch geholfen bekommen um zur Toi zu kommen, allerdings sind die nicht gerade groß und da dürfte man dann schon ein paar Probleme bekommen.

Da man zum Einsteigen in den Flieger meist Hilfe braucht um zu seinem Sitzplatz zu kommen meldet das Flughafenpersonal beim Einchecken, dass man Hilfe benötigt und dann tauchen spätestens beim Einsteigen in den Flieger 2 Sanis auf. Diese helfen einem dann, wenn nötig, auf den „Flugzeugrollstuhl“. Der Grund hierfür ist natürlich, dass der normale Rolli nicht durch die Sitzreihen passt. Es sei denn, man ist schmal gebaut und kann an seinem Rollstuhl die Räder abmachen. Wenn man dann auch noch Transitrollen am Rolli hat kann man auch im eigenen Rollstuhl zum Sitzplatz und wenn er faltbar ist kann er sogar ins Handgepäck.

Aber bleiben wir bei der Methode mit den Sanis. Man wird also bis zu seinem Sitzplatz gebracht und wenn man nicht selbst umsetze kann helfen sie sogar da bei. Man sieht also, wenn man alles beim Buchen schon angibt, kann man sich viel Ärger und Komplikationen ersparen.

Nach der Landung geht dann das gleiche Spielchen von vorne los. Die Bordcrew gibt vor der Landung am Zielflughafen bescheid und dann warten im besten Fall schon 2 Sanis um einen aus dem Flieger zu holen. Da man in der Regel aber nicht der einzige ist der Hilfe welcher Art auch immer benötigt kann das manchmal etwas dauern. Die Zeit kann man aber nutzen um an die Telefonnummern der Stewardessen zu kommen :-)

In der Regel funktioniert das aber recht reibungslos und die Sanis tauchen irgendwann auf und helfen einem aus dem Flieger. Meist begleiten sie einen sogar noch zum Gepäckband und helfen das Gepäck vom Band zu nehmen bzw. es zum Ausgang zu bringen. Das rundherum Happysorglospacket, wenn alles gut geht, und das tut es ja zum Glück meistens. Ich durfte bisher auch immer im eigenen Rollstuhl sitzen bleiben bis zum Flieger. Das bedarf allerdings manchmal einiger Überredungskunst. Denn an manchen Flughäfen wollen sie einen in einen anderen Rolli setzen um den eigenen schon verladen zu können. Wenn man allerdings dann sieht mit was für Schüsseln die da ankommen und einem klar wird, dass man in dem Teil keinen Meter selbst fahren könnte, fallen einem schon die passenden Argumente ein um das zu verhindern. Aber zur Beruhigung, das wollte bisher nur ein Flughafen in Portugal und da konnten wir es nach einem kurzen Gespräch klären, dass wir bis zum Flieger in unseren Rollis bleiben konnten.

Wenn man dann mit seinen ganzen Gepäck am Taxistand angekommen ist wird alles schön verladen und falls man nicht allein ins Taxi kommt weil es zu hoch ist bekommt man selbst da noch Unterstützung.

Dann kommt man endlich im Hotel an. Das Lanzasur ist eine Bungalow-Anlage, es gibt also keine Zimmer in einem Gebäude, sondern es gibt kleine Bungalows. Das schöne dabei ist, dass man seine eigene Terrasse hat und das ist sehr praktisch. Hier kann man nämlich wunderbar das Bike parken und kann hier in Ruhe ein- und aussteigen.

Um von der Rezeption zum Bungalow zu kommen muss man eine Rampe hochfahren. Die ist ca. 30 Meter Lang und nicht gerade Flach. Es gibt 4 Stück davon und selbst die Flachste hat am steilsten Stück noch 8% Steigung. Paras kommen da natürlich locker hoch. Als hoher Tetra klappt es vielleicht nicht in einem Schwung, aber man kann ja Pause machen. Das klappt aber von Tag zu Tag besser und die Pausen werden weniger. Das mit den Rampen ist etwas nervig aber es ist machbar. Das schöne hier in dem Hotel ist, dass es seit 2 Jahren in 10 Bungalows befahrbare Duschen gibt. Wer darauf angewiesen ist sollte das beim Buchen schon angeben, dass man einen dieser Bungalows möchte.

Damit man sich das alles besser Vorstellen kann, gibt’s auch noch Bilder dazu. Hier sieht man etwas besser von was ich hier erzähle.

So, ich hoffe das war jetzt zur Abwechslung mal ein nützlicher Beitrag und vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen auch mal hier her zu kommen. Grüße von der Insel Bernd