Hamburg Marathon 2011


So lieber Freunde, nun mal zum Hamburg-Marathon
Erstmal Glückwunsch an alle Mannheimstarter und zum Zweiten hier mal ein paar Impressionen vom Hamburg-Marathon, bei dem vom Team, Imke und ich angetreten waren.

Also was da los war, habe ich noch nicht erlebt. Sonst war ja für meinen Erlebnishorizont immer Berlin das Maß aller Dinge, in Sachen Zuschauer und Rummel an der Strecke. Doch was dieses Mal in Hamburg abging, hat bisher alles getoppt. Entweder haben alle Hamburger und ihre Gäste am Abend vorher etwas in den Tee gekriegt, oder man hat vielleicht zu einem Städtewettbewerb - was die Unterstützung der Sportler beim Marathon angeht - aufgerufen. Vielleicht haben sie auch alle durchgefeiert. Auf jeden Fall war es ein grandioses, beeindruckendes Erlebnis.
Die Insider werden es wissen und für alle anderen dies hier. Nachdem man die Reeperbahn in Schussfahrt absolviert hat, kommt man zum Hafenbereich und den Landungsbrücken. Da standen die Zuschauer so eng an der Strecke, wie bei der Tour der France. Die haben dort so gejohlt und Stimmung gemacht, als wäre ich der Spitzenreiter und kurz vorm Ziel. Du hast dein eigenes Wort nicht mehr verstanden und man fühlte sich wirklich wie ein kleiner Champion. Aber auch für den Rest der Strecke war die Stimmung riesig. Nicht nur die Bands an der Strecke machten den Sound. Es waren wirklich die Zuschauer an der Strecke, die einen Hype veranstalteten als hätten sie Adrenalin pur gespritzt bekommen. Oder gibt's in Hamburg noch was anderes? Wer weiß, aber schon allein dafür hatte sich die Teilnahme an diesem Rennen gelohnt.

Das Ganze hätte ich nun beinahe nicht erlebt, weil mir ein technischer Defekt die Teilnahme fast vermasselt hätte. Ich war beim Warmfahren und auf einmal knallt mir die Halterung vom Umwerfer weg, und da stand ich nun mit meinem Latein. Was tun? Sollte das nun alles ins Wasser fallen, ehe es losgegangen war. Ich fluchte und grübelte, kam aber zu keiner Lösung. Da half mir ein alter Hase des Metiers weiter. Es war Klaus, der mir schnell noch mal Werkzeug rüber reichte und mein Freund versuchte in vier Minuten vor dem Start die Sache noch mal zu richten. Es half nichts! Was blieb war der Rat von Klaus, den Umwerfer so zu stellen, dass ich wenigstens mit dem Mittelblatt fahren sollte.
Und da wurde auch schon an geglast, wie der Startschuss in Hamburg heißt, und ich versuchte loszufahren, es knallte und ratterte. Alles schien mir gleich um die Ohren zu fliegen. Ich musste anhalten und gab der Streckenleitung im Auto neben mir Bescheid, da sie sich nach mir erkundigten.
Ich versuchte es noch einmal und am Ende der Reeperbahn, also nach der Berg-Ab-Strecke, hatte sich dann der Umwerfer so verhakt, dass ich nur noch mit der kleinsten Scheibe an der Handkurbel fahren konnte. Nun war es auch vorbei, was eine gute Zeit anging. So fuhr ich entspannt und einigermaßen locker weiter und hoffte, dass es wenigsten so durchhalten würde. So blieb auch Zeit, mich mit Imke zusammen zu unterhalten, da wir die ersten km zusammen fuhren.
Leider- und da Bitte ich Imke mal um Entschuldigung - blieb aber selbst beim kleinen Ritzel an der Handkurbel noch so viel Spielraum, dass ich Imke davon gefahren bin, und ihr nicht geholfen hatte, im Windschatten zu fahren. Also bitte nicht böse sein Imke, der Ehrgeiz hatte mal wieder gesiegt. Auf den geraden Strecken und Berg-ab, hätte einiges herausgefahren werden können, aber was soll´s. Ich konnte wenigstens überhaupt fahren, da ich die Runde schon fast abgehakt hatte. Was fällt einem schon noch ein, wen du nur noch 360 Sekunden Bedenkzeit hast. So wurde es trotzdem ein großes Erlebnis und ich konnte vielleicht deshalb die Eindrücke so intensiv auf mich wirken lassen.
Vielen Dank an Euch Hamburger. Ihr wart Klasse. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr.

Euer hajo